Geschriebenes



freunde sind wichtig zum sitzen im garten
freunde sind wichtig zum schreiben von karten
freunde sind wichtig zum sandburgen bauen
freunde sind wichtig wenn andre dich hauen
freunde sind wichtig zum kuscheln und herzen
freunde sind wichtig zum pusten bei schmerzen
freunde sind wichtig zum schneckenhaus suchen
freunde sind wichtig beim essen von kuchen
morgens abends im freien im zimmer
wann freunde wichtig sind - eigentlich immer


(Grundidee aus dem Netz, Variationen von mir)



Gott erschafft Föhr

So viel hatte der liebe Gott schon erschaffen, ein ganzes All mit großen und kleinen Sternen, mit Galaxien und Planeten und Staub und Kleinteilen – was ihm grad so einfiel. Aber er kam nicht zur Ruhe und experimentierte noch ein wenig mit heißem, flüssigem Magma. Er formte eine Kugel und warf sie in den Äther. Zack – da erkaltete die äußere Hülle. Das war langweilig. Der liebe Gott grübelte ein wenig und goss dann rund um die Kugel Wasser – welches durch die Schwerkraft nicht einfach als Regen durch die Sternenwelt abrauschen konnte. 

Die Kugel reihte sich ein in den Reigen diverser Himmelskörper, die sich um die Sonne drehten und wurde so zum dritten Planeten derselben. Gott nannte diesen dann auch der Einfachheit halber „Kugel 3“. Tja – nun gab es also die Kugel 3 und bald einen Mond dazu, der dem auf der Kugel 3 existierenden Wasser zu Ebbe und Flut verhalf. Was man aber nicht wahrnehmen konnte, denn es gab ja nichts, was zu be-ebben oder zu fluten sei. Nun - der liebe Gott war nicht recht zufrieden mit seinem Werk. Ach, dachte er, vielleicht sollte ich mal Leben ins Wasser bringen – und er schuf die Fische. Nun also kreiste der Planet Kugel 3 um die Sonne und Millionen Fische schwammen von Pol zu Pol und hin und her und kreuz und quer…

Die Zeit verging. Der liebe Gott vertrieb sich die Ewigkeit mit täglichem Surfen durch sein Universum, dem Schaffen und Verlöschen von Sternen und Galaxien, dem Philosophieren und dem süßen Nichtstun. Vielleicht ja auch mit dem Musizieren – wer weiß das schon heute noch… Aber irgendwie langweilten ihn die vielen schwarzen Löcher und Supernovas und ihn überkam nach Jahrmillionen die Langweile. So kam er eines schönen Himmelsmorgens auf die Idee, die Kugel 3 umzugestalten. Als erstes störte ihn, dass es nur Wasser und Fische und allerlei Algen und wabbelige Quallen gab. Was hab ich mir eigentlich bei der Schaffung dieser Glitschmonster gedacht – fragte er sich, aber diese Viecher ließen sich nicht mehr zurücknehmen. Was ist, sinnierte er weiter, wenn ich eines Tages auf die Idee kommen würde, Menschen zu erschaffen? Die könnten ja nicht ewig im Wasser leben. Er ging also in seine Vorratskammer und nahm sich eine gehörige Portion von Felsbrocken und legte sie so tief in das Wasser des Planeten Kugel 3, dass sie aus diesem hervor lugten. Er spielte ein wenig mit Formen und Farben, knetete hier ein wenig herum, drückte dort ein wenig zurecht und gestaltet so weite Gebiete des Planeten zu trockenen Landstrichen um. 

Der liebe Gott fasste den Beschluss, den Planeten zu beleben. Er dachte da an riesige Fische mit Beinen – und er schuf eine große Landpartie, in der diese genügend Platz hätten herumzutollen. Dieses Stück nannte er Asien. Und für die Felshaufen, die wir heute Amerika nennen, dachte er an zottelige Fische mit Hörnern und Hufen im Norden. Für den Süden dachte er an spuckende Wollgestalten und an menschenfressende Fische – aber sie waren zu jener Zeit eine Fehlkonstruktion, denn Menschen hatte er ja noch gar nicht erfunden. Damit sich die zotteligen Herden im Norden nicht in die Gebiete der reißenden Fische im Süden verliefen, drückte er die Landpartie in der Mitte Amerikas ganz klein und eng zusammen. 
Aber der liebe Gott hatte noch so viel Felsen übrig. Er schmiss ein wenig in den großen Pazifik und schuf Australien und Neuseeland und Ozeanien und Hawaii und das Bikini Atoll. Für Fische, die große Hitze mochten, formte er einen Landlappen zurecht und nannte ihn Afrika. Und den letzten bisschen Felsenkram auf seiner Schippe warf er zwischen Afrika und Asien ins Wasser – die Felsen ruckelten sich zurecht und legten sich schlussendlich in gewagte Konstruktion aus zerklüftetem Wirrwarr – welches er Europa taufte.

So wurde der Himmelskörper doch ziemlich verändert. Noch immer bestand die Oberfläche zwar zu siebzig Prozent aus Wasser, aber aus der Ferne besehen war sie nun ein bunter Planet geworden. Und auf die Felsen legte der liebe Gott nun Matsch und Lehm und Erde - da passte nun auch der ursprünglichen Namen des Planeten nicht mehr so richtig und er nannte diesen fortan nach seinem Belag: Erde.

Aber die Fische wollten nicht so recht an Land kommen. Zwar war seine alte Erfindung von Ebbe und Flut hilfreich, aber die Flossentiere konnten die Felsen nicht erklimmen. Ist gut, sagte sich der liebe Gott, da brauche ich wohl ein update. Er ging wieder in seinen riesigen Baumarkt, nahm Felsen und Steine und zermalmte sie zu kleinen und kleinsten Partikeln. Und er nannte sie Sand. Mit Eimer und Schaufel machte er sich nun daran, die Landstriche am Meer mit Sand aufzufüllen, damit die Fische sich darin verbuddeln konnten, bis das Wasser sich wieder verzogen hatte. Und dann hatten sie die Chance, auf allen vier Flossen zu gehen und durch Lungen zu atmen – eine ungewohnte Beschäftigung für die Fische, fürwahr! Auf jeden Fall hatten sich im göttlichen Sandeimer auch etliche größere Brocken verirrt, die dann vor die Küsten der Kontinente zu liegen kamen – einfach, weil der liebe Gott sie mit der Unmenge von Sand an die Küsten warf. Und einige Brocken aus Fels und Erde und Sand fielen auch in den eben dahingeworfenen Sand des Wattenmeers im Nordosten seines Europa. So entstand Föhr. Ein paar göttliche Blicke weiter auch die Aland-Inseln. Und Formentera. Und Inishmore. Und Fehmarn. Und Sylt – aber wen interessiert das auf Föhr?

Also jetzt hatte der liebe Gott den Fischen die Möglichkeiten gegeben, ihr Leben an Land fortzuführen. Allüberall auf seinem Planeten Erde schwabbelten nun die Fische auf die Strände und brauchten Millionen Jahre, um mit der neuen Umgebung klar zu kommen. Es war hilfreich, dass der liebe Gott auf seine Erde Pflanzen setzte, große und kleine, dicke und dünne. Und weil die Pflanzen überall verschieden waren und weil die Fische überall verschieden waren und weil die Kontinente teilweise gar nicht miteinander verbunden waren, entwickelte sich die neuen Lebewesen völlig bunt und vielfältig. Es entstanden die Zottelwesen im Norden Amerikas, die wir Bisons nennen und sich in Form und Größe erheblich von den Lamas im Süden unterschieden. Nach dem Ableben der Dinosaurier wurde die große Landmenge genannt Asien von Pferden, Kamelen und Tigern bevölkert, im heißen Afrika wackelten Kamele über und Skorpione durch den Sand. Überall auf der Erde verteilten sich Mücken und quälten die Tierwelt.  

Aber irgendwo im tiefen Afrika, hoch in den Mangrovenwäldern nahe der Küste, versuchte sich der liebe Gott an einer ganz eigenen Spezies Lebewesen! Diese Wesen schwangen sich von Liane zu Liane, tranken Maracujaschorle und versuchten, sich lang und länger zu machen und begannen schließlich, auf zwei Beinen zu laufen. Dabei streckten sie gern die Hände zum Himmel - davon zeugt heute noch das Liedgut im Kölschen Karneval. Diese neuen Wesen nannte ihr Schöpfer Mensch. Und die Menschen zogen überall durch die Gegend, meistens auf der Suche nach attraktiven Lebensgefährten und –tinnen. Und da diese nicht eben reich gesegnet vorkamen, zogen die Menschen über alle Kontinente, schwammen in Reisigbooten über die Ozeane und kletterten über die höchsten Berge. Der eine oder andere Ötzi musste leider dabei dran glauben, aber insgesamt war es ein erfolgreiches Unternehmen. 

Auch durch das matschige Watt quälten sich diese zugewanderten Menschen. Sie fanden den Flecken Föhr und zogen sich in kleine weiße getünchte Häuschen zurück, die sie mit Reet deckten. Sie gaben sich putzige Namen wie Svantje oder Fokke oder Neele oder Hinnerk oder Inken oder Klaas oder Jelmer – und eine Hannelore. Und bei dieser habe ich während meines Urlaubs auf Föhr gewohnt. Hannelore Christiansen. In Wyk auf Föhr.


© Helge Runge


helge runge

dream on


wenn ich so liege
morgens im bett, halbwach
und die glocken des nahen kirchturms dröhnen
durch das geöffnete fenster
die möwen schreien ihr lied
und ich spüre die wärme unter der decke
dann möchte ich schweben
schweben mit dem wind
wie ein schmetterling
in ewiger sonne
und mich zur rast setzen auf der schönsten sonnenblume im ganzen land
und trinken vom nektar, dem süßen
und weiterschweben, vorbei an glühwürmchen
und vergißmeinnicht
segeln über ozeane und kontinente
dem himmel nah wie ikarus
und doch geruch von nasser erde
und frischem gras um mich
heimkehren
und dann
die decke von mir werfen
und weiterschweben im blues der stones
yeah
we all need someone we can dream on



Herman van Veen

Etwas Wärme suchen


Dass ich mich nach dir sehne,
liegt nur an deinen Augen,
die blauer werden, wenn du schwärmst
von Amsterdam und Himbeergelee.
Dass ich noch deinen Schirm hab,
liegt nur an jenem Morgen,
als du mir vorschlugst:
"Komm mit rauf, ich mach Kaffee!"

Etwas Wärme suchen,
etwas Schutz und auch etwas Spaß,
untertauchen, ohne nachzudenken,
ein flüchtiger Traum...
doch mehr war es kaum.

Es ließ sich bei dir leben,
die Nachbarn machten Augen,
und du nahmst all den Klatsch und Tratsch in Kauf.
Und wenn du sagtest: "Bleib doch!",
dann nur aus einem Grunde:
Du konntest klingeln, und dir machte jemand auf.

Etwas Wärme suchen,
etwas Schutz und auch etwas Spaß,
untertauchen, ohne nachzudenken,
ein flüchtiger Traum...
doch mehr war es kaum.

Wir nahmen, was wir brauchten,
wir machten, was wir wollten,
und eines Tages ging's mit uns nicht mehr.
Dass ich dich noch umarmte,
beruht auf einen Zufall: ich hörte dich noch weinen,
als du dachtest, ich wär schon weg.

Etwas Wärme suchen,
etwas Schutz und auch etwas Spaß,
untertauchen, ohne nachzudenken,
ein flüchtiger Traum...
doch mehr war es kaum.


(Erinnerung an 1981)


Franka Seeliger

Mutter der Zeit


Werde Mutter Deiner Zeit,
bevor die Seele schreit.
Bist Du der Zeiten Magd,
wen wunderts, wenn Dein Herz versagt.

Gehörst Du schon zu denen,
die die Grenze bereits überschritten haben?
Es werden sich andere und nicht Du daran laben.
Tauschst Du Zeit für Geld gar ein?
Sperrt es Dich nicht selber ein?
Sag, wann hast Du das letzte Gespräch mit Dir selber geführt?
Dein inneres Kind liebevoll berührt.?

Kennst Du noch Deinen imaginären Kinderfreund?
Wann hast Du das letzte Mal mit ihr oder ihm geträumt?
Kannst Du Dir im Spiegel Fratzen machen?
Und dann selber mit dir lachen?
Hattest Du nicht einen Sinn gefunden?
Doch womit füllst du Deine Stunden?
Verschiebst auf später nur nicht jetzt,
doch dann bist Du abgehetzt.
War nicht einst da Nehmen und Geben.
Nannte man das nicht ein Leben.

Sag Dir was Du selber willst!
Womit Du Deine Sehnsucht stillst,
ist nichts als pfauenhaft's Getue.
Somit gibst Dir keine Ruhe.

Die Last wird schwer und schwerer werden,
die Seele füllt Blätter mit Beschwerden.
Lies sie durch - es muss so sein.

Und lass mehr Zeit in Dein Herz hinein.


Franka macht Seeliger
Franka Seeligers homepage unter:
http://www.frankaseeliger.de/index.html Franka Seeliger




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